Energie Salzburg Süd

Energie Salzburg Süd
Medienbericht zur EEG Salzburg Süd (Salzburger Nachrichten 22.01.2023)

Das Umspannwerk Eichet in Salzburg Süd umfasst den Süden der Stadt Salzburg, die Gemeinden Elsbethen, Gaißau, Krispl und große Teile von Wals. Damit ergibt sich eine große Vielfalt und Diversität von Verbrauchsprofilen und auch Erzeugungsanlagen. Die EEG wird eine Wissensplattform rund um erneuerbare Energien aufbauen. In die EEG werden bestehende PV-Anlagen und Kleinwasserkraftwerke eingebunden und in Zukunft evtl. auch gemeinsam Neuanlagen errichtet.

Grundsätzliches zur Erneuerbare-Energie-Gemeinschaft:

  • Tausch/Handel von Strom zwischen Privatpersonen, KMUs, Kommunen, Landwirten und Vereine deren Zählpunkte an einem Umspannwerk (Regionale EEG) vereint sind. Auf der Salzburg Netz GmbH Seite (etwas runter scrollen) können durch Eingabe der Adresse die Umspannwerkzugehörigkeit abgeklärt werden. 
  • Für die EEG ist ein eigener Rechtsträger (Verein, Genossenschaft oder GmbH) erforderlich, der durch seine Organe (Vorstand/Geschäftsführung) den Energiepreis/die Energiepreise festlegt.
    • Bei der Energie Salzburg Süd wird sich dieser an den Markttarifen orientieren, sodass es für Einspeiser lukrativ ist in die EEG einzuspeisen und für Verbraucher lukrativ ist aus der EEG zu beziehen.
  • Für die Stromzuteilung aus der EEG ist der Netzbetreiber zuständig, dafür braucht jeder Teilnehmende einen Smart-Meter mit Einverständnis zu den 15 Minuten Werten.
  • Die Abrechnung des zugeteilten Stroms erfolgt auf Datenbasis des Netzbetreibers und soll mindestens quartalsweise erfolgen. Die Abrechnungssoftware erstellt mit wenigen Klicks eine Rechnung die per Email an die Teilnehmenden versendet werden. Die Verbraucher zahlen die Beträge auf das Vereinskonto wovon die Einspeiser bezahlt werden.
    • Der Verein bildet Rücklagen für mögliche Zahlungsausfälle für die er haftet
  • Im Gesetz ist festgelegt, dass jede Kilowattstunde Strom aus einer EEG Vergünstigungen auf der Netzebene und über die Abgaben erhält. Siehe unten unter Tarife
  • Die Netzgebühr wird immer vom Netzbetreiber eingehoben, der in der Rechnung ausweist, welche Leistung von der EEG (reduzierte Netzgebühr und reduzierte Abgaben) und welche von herkömmlichen Stromanbietern (normale Netzgebühr und normale Abgaben) bezogen wird
  • Die EEG ist kein Vollversorger, weshalb sowohl für die Einspeiser als auch für die Verbraucher ein Stromanbieter für den Überschuss- bzw. Reststrom benötigt wird.
  • Die Mitgliedschaft im Rechtsträger (Verein Energie Salzburg Süd) mit der Unterstützung des Vereinszweckes ist Voraussetzung für die Teilnahme am Stromhandel.

Grundsatzphilosophie der Vereinsgründer und Initiatoren:

Zusätzlich zum klassischen EEG-Handel von Strom, der unter den Bewohner:innen und Gewerbetreibenden im Umspannwerk verteilt werden soll, sind noch weitere Schwerpunkte der Nachhaltigkeit geplant. Für die Erreichung der Klimaziele sind neben der erneuerbaren Stromerzeugung vor allem noch die Bereiche ressourcenschonende Mobilitätsabdeckung, Raumwärme und Ernährungsproduktion von Bedeutung. Dieses Gesamtpaket wollen wir in die Öffentlichkeit tragen und dadurch in unser Umfeld hineinwirken.

Dafür ist uns neben dem ökonomischen Vorteil für Einspeiser und Verbraucher auch ein lebendiges Miteinander mit finanziell-vitalem Verein sehr wichtig der im Nahumfeld eine sehr lebenswerte Zukunft mitgestaltet. Das Mitwirken bei den zusätzlichen Projekten ist natürlich keine Pflicht, damit einverstanden zu sein ist allerdings sehr hilfreich😊

Tarife:

Unter den momentanen Rahmenbedingungen ist die Teilnahme an einer EEG eine Win-Win-Win-Situation, sodass Einspeiser, Verbraucher und Energiegemeinschaft profitieren können. So liegt der Salzburg-AG-Verbrauchstarif (Privat) seit 1. Juni 2023 bei 19,9 Cent/kWh (netto) bzw. 23,88 (brutto). Achtung: Strompreisbremse, siehe unten. Der OeMAG-Einspeisetarif für erneuerbar produzierten Strom im 1. Quartal 2024 wird zwischen 5,78 und 9,63 Cent/kWh liegen.

Für den Verbrauch aus der EEG gibt es Vergünstigungen auf die Netzgebühren und auf die Abgaben:

  • 28 % Reduktion auf die bestehenden Netzentgelte. Dies macht etwa 1,6 Cent/kWh (netto) aus.
  • Entfall der Elektrizitätsabgabe, welche momentan im Zuge der Abfederung der Teuerung 0,1 Cent/kWh und normalerweise 1,5 Cent/kWh ausmacht.
  • Entfall des Erneuerbaren-Förderbeitrags, welcher momentan ebenso zur Abfederung der Teuerung 0 Cent/kWh beträgt und evtl. wieder steigen könnte.

Strompreisbremse noch bis Ende 2024 für Privatpersonen. Diese sieht vor, dass pro Haushaltszählpunkt der Energiepreis bis 2.900 Kilowattstunden (kWh) pro Jahr gefördert und mit 10 Cent/kWh verrechnet wird. Daraus ergibt sich ein Gesamtstrompreis mit Strompreisbremse:

  • Energiepreis: 10 Cent/kWh (netto)
  • Umsatzsteuer: 3,98 Cent/kWh (wird vom tatsächlichen Energiepreis verrechnet: 23,88 - 19,90 am Beispiel Salzburg AG)
  • Netzgebühren und Abgaben: 9,31 Cent/kWh (brutto seit Jänner 2024)
    • Ergibt 23,28 Cent/kWh (brutto) für Strom (inkl. Steuern, Netzgebühren und Abgaben) mit Strompreisbremse
    • Zum Vergleich Strom Privat bei Salzburg AG: 33,18 Cent/kWh für Strom (inkl. Steuern, Netzgebühren und Abgaben seit Jänner 2024)
  • Die Strompreisbremse greift nicht für Strom aus der EEG

Auf dieser Basis sind folgende Energiepreise innerhalb einer EEG vorstellbar:

  • Einspeisetarif: 10 bis 13 Cent/kWh (netto)
  • Verbrauchstarif: 13 bis 15 Cent/kWh (netto exkl. Netzgebühr und Abgaben) ergibt etwa 23 bis 25,5 Cent/kWh (brutto inkl Netzgebühren und Abgaben)
  • die EEG kann mehrere unterschiedliche Verbrauchs- und Einspeisetarife festlegen.

Bis jetzt sind folgende Schritte im Hintergrund passiert:

  • Verein „Energie Salzburg Süd“ wurde von Wilfried Schwarzenbacher und Erik Schnaitl gegründet. Bei der Behörde eingereichte Statuten im Anhang.
    • Vorstand muss noch festgelegt werden
  • Förderprojekt für die Gründung der EEG wurde beim Klima- & Energiefonds in Höhe von 15.000 € von Erik Schnaitl eingereicht und zugesagt.
  • Die EEG wurde als Marktteilnehmer registriert und hat die eindeutige Zuordnung RC101364.
  • Die EEG hat einen Vertrag mit der Salzburg Netz GmbH den Vertrag Vereinbarung betreffend den Betrieb einer Erneuerbaren-Energie-Gemeinschaft abgeschlossen und existiert damit schon.
  • Die EEG wurde beim EDA-Portal registriert.
  • Vereinskonto wurde eröffnet.
  • Vereinbarung mit dem Verein zur Förderung von Erneuerbare-Energie-Gemeinschaften über die Nutzung deren kostenloser Abrechnungssoftware EEG-Faktura
  • Start der Stromzuteilung aus einem Kleinwasserkraftwerk
  • Laufende Aufnahme von ersten Mitgliedern

Weiteres Vorgehen:

  • Aufnahme weiterer Mitglieder (durch die Vereinsgründer Erik Schnaitl & Wilfried Schwarzenbacher)
  • Erste Mitgliederversammlung im März 2024 mit
    • Wahl des Vorstands (durch die Mitglieder) im Feb./März 2024
    • Festlegung des Stromtarifs 1Q 2024
    • Strategieentwicklung für die weitere Aufnahme von Verbrauchern und Erzeugern
  • Finden von geeigneten (Dach-)Flächen für die gemeinsame Neuerrichtung von Erneuerbare-Energie-Anlagen
  • UID-Nummer für den Verein EEG Salzburg Süd beantragen
  • ggf. GmbH als 100-%-Tochter der EEG gründen, um damit Investitionen in Neuerrichtungen abwickeln zu können.

Die Ökostrombörse Salzburg unterstützt und begleitet die Gründung der Erneuerbare-Energie-Gemeinschaft (EEG) „Energie Salzburg Süd“.

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